Moshe Sakal ist ein israelisch-deutscher Schriftsteller. Er wurde in Tel Aviv in eine jüdisch-arabische Familie mit Wurzeln in Damaskus und Kairo geboren. In seinen Zwanzigern lebte er in Paris, bevor er nach Tel Aviv und Jaffa zurückkehrte. Seit 2019 lebt er in Berlin.
Er ist Autor von sechs hebräischen Romanen, darunter The Diamond Setter und Yolanda. Eine grundlegend überarbeitete englische Ausgabe von The Diamond Setter, übersetzt von Jessica Cohen, erschien im September 2026 bei Other Press in New York. In seinen Büchern setzt er sich mit Exil, Diaspora, queerer Identität und der arabisch-jüdischen Welt vor und nach 1948 auseinander.
Gemeinsam mit Dory Manor gründete er in Berlin Altneuland Press, den ersten hebräischen Literaturverlag außerhalb Israels seit 1948.
Seine Essays und Reportagen erscheinen unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Süddeutschen Zeitung sowie in Le Monde, Libération, Der Freitag und Haaretz.

Foto: Boaz Arad
Sakal stand zweimal auf der Shortlist des Sapir-Preises und wurde mit dem Eshkol-Preis ausgezeichnet. Er war Fulbright-Stipendiat und Honorary Fellow in Writing an der University of Iowa. 2021 erhielt er das Literaturstipendium des Berliner Senats für nichtdeutschsprachige Literatur.
Veröffentlichungen
Süddeutsche Zeitung
Netanjahu loszuwerden, ist nur ein Teil des Problems – Gastbeitrag, 26. Oktober 2026
Moshe Sakal kehrt nach Tel Aviv zurück, um an den israelischen Wahlen teilzunehmen. Eine persönliche Reportage über die Stadt seiner Kindheit, die Menschen, die geblieben sind, und das, was in den israelischen Nachrichten kaum zu sehen ist.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
In Rufweite – Reisen in die nächste Fremde
Essayreihe in sechs Folgen, Bilder und Zeiten, 2026
Die sechsteilige Reihe führt in die Judäischen Berge, nach Nazareth, Kairo und Marokko – an Orte, die einem israelischen Juden als fern, fremd oder feindlich erscheinen können und doch oft in Rufweite liegen. Die Texte entstanden noch in den Jahren, als Moshe Sakal in Israel lebte. Sie erkunden nicht nur diese Orte, sondern auch die Bilder, Ängste, familiären Erinnerungen und inneren Landkarten, durch die man gelernt hat, sie zu sehen.
Bisher erschienen:
Teil 1: In Rufweite – Judäische Berge, 15. August 2026
Teil 2: Geschlossen wegen der Unabhängigkeit – Nazareth, 29. August 2026
Teil 3: Was den Bewohnern dieser Stadt gehört – Kairo, 26. September 2026
Teil 4: Die berühmtesten zwielichtigen Orte – Tanger, 10. Oktober 2026
Teil 5: Wer will schon aus der Medina heraus? – Fès, 24. Oktober 2026
Löwengebrüll und leise Echos – Bilder und Zeiten, März 2026
Von Berlin aus hört der Autor den Widerhall der Bombenangriffe auf Tel Aviv. Über das Viertel seiner Kindheit, eine philippinische Pflegerin, die starb, weil sie ihre Patientin nicht allein lassen wollte – und die fatalistische Stille, mit der Israel diesen Krieg akzeptiert.
Hebräisch außerhalb Israels – Ereignisse und Gestalten, Januar 2026
Hebräisch entstand als europäische Sprache – in Berlin, Wilna, Warschau. 1948 wurde es zur Sprache eines einzigen Staates. Ein Essay über Sprache, Territorium und die Generation, die beides in Frage stellt.
Fremde Erde – Bilder und Zeiten, Dezember 2025
Eine Traumerzählung: Die Tochter kehrt in die Heimat des Vaters zurück. Der Vater bleibt. Über das, was zwischen Generationen still weitergegeben wird – und was verloren geht.
Mensch und Maschine – Essayreihe in 19 Folgen, Bilder und Zeiten, 2025
Imaginäre Gespräche mit einer Künstlichen Intelligenz über Gedächtnis, Körper, Sprache, Sexualität, Familie und Tod. Die Frage dahinter: Was macht den Menschen aus – und was könnte eine Maschine davon je verstehen?
Rückkehr nach Israel – Ereignisse und Gestalten, Juli 2024
Tel Aviv im Sommer nach dem 7. Oktober: die Stadt im betäubten Carpe Diem, Schriftsteller mit verzweifelten Gesichtern im Hotelfoyer. Und die Frage, die bleibt: Wer wird diese Worte lesen, und in welcher Sprache?
Neue Träumereien eines einsamen Spaziergängers – Bilder und Zeiten, Februar 2024
Herbst 2023, Wochen nach dem 7. Oktober. Der Autor streift durch Berlin und spürt, wie die Realität entgleitet. Ein Essay über das Schreiben zwischen zwei Heimaten, mit Lea Goldberg und Rousseau als stillen Begleitern.
Goodbye to Jaffa – Bilder und Zeiten, November 2023
Der Abend vor dem Aufbruch nach Berlin: die goldene Uhr beim Vater im Safe, die Wohnung in Jaffa. Den Segen des Vaters bekommt man, sein Verständnis nie.
Josef und die Sprache – Bilder und Zeiten, Februar 2023
Josef verlässt seine Heimat und verliert die Sprache. Eine biblisch strukturierte Erzählung über Entwurzelung und die Frage, was geschieht, wenn der Krug zerbricht.
Sinn und Form
Beauvoir und Sartre im Kibbuz – Heft 5, 2022
Ein Schriftsteller reist in einen Kibbuz in der Negev-Wüste. Eine Frau im Publikum war dabei, als Beauvoir und Sartre 1967 denselben Kibbuz besuchten – und erzählt, was wirklich geschah. Übersetzt von Anne Birkenhauer.
Der Freitag
Die Heimat, die keine Diaspora kennt – Oktober 2025
Am 6. Oktober 2023 in Paris, einen Tag vor dem Massaker. Über die Gründung von Altneuland Press und warum Literatur gerade dann gebraucht wird, wenn die Welt in Flammen steht.
Le Monde
„La littérature doit aborder l'IA comme une opportunité“ – März 2024
Die Literaturwelt und die Künstliche Intelligenz: ein Plädoyer gegen Tabus und für klare ethische Regeln – mit der Geschichte des Eden-Kinos in Tel Aviv und dem Polizisten, der auf die Leinwand schoss.
Libération
„Emmène-nous voir la Joconde, oncle Moshe !“ – Oktober 2023
Zwei Tage nach dem Hamas-Massaker steht der Autor im Louvre in Paris. Per Videoanruf erscheinen die Gesichter seiner Nichten und Neffen aus Israel – jeder in einem anderen Schutzraum. Ein Essay über das Ungleichgewicht zwischen den Welten, das sich in einem einzigen Bildschirm spiegelt.
























